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Neue Form!

Die Seite www.infoaxarquia.com hat eine neue Form erhalten: Sie wurde von einer reinen Linkseite zu einem Blog über die Region. Die Links sind immer noch da, aber werden Stück für Stück ausgelagert auf oneview | social bookmarking.  In der rechten Sidebar finden Sie eine Tagwolke für dieses Linkverzeichnis. Falls Sie irgendeinen Link zum Thema Axarquía suchen, dort könnten Sie fündig werden. Vermissen sie einen, dann teilen Sie es mir mit, damit ich ihn einfügen kann.

In diesem Blog wird das Hauptaugenmerk  statt dessen auf News und Infos aus der Axarquía gerichtet. Dabei werden verschiedene Arten von Artikeln und Informationen eingearbeitet, von herkömmlichen Berichten bis quasi Live-Einstellungen per Mobiltelefon. Zusätzlich werden ältere Artikel von mir eingestellt, damit gleich genügend Lesestoff vorhanden ist.

Viel Freude beim Lesen,
Jorge Maga (Herausgeber)

Trübe Aussichten

Ein schöner Blick über Benamargosa auf die wolkenverhangenen Berge der Axarquia.

Und es Regnet und Regnet…

Also, von Costa del SOL ist zur Zeit nicht viel übrig!

Der Hund, der keiner war…

Anti-Stress-HundDa war ein Hund, der war kein Hund, er war aus Stoff und gegen Zoff!

Kurz: unser Anti-Stress-Hund!

La Axarquía (1) – Ein kleines Stück voll Andalusien

La Axarquía, ein ganz besonderes Stück Andalusiens, in dem alles zu finden ist, was dieses Land so typisch macht, und über dessen Hauptstadt Cervantes in seinem Buch Don Quichote de la Mancha schrieb: „Dank sei Gott, meine Herren, dass er uns in eine so schöne Gegend geführt hat! Denn wenn ich mich nicht irre, ist die Erde, auf der wir hier gehen, die von Vélez-Málaga…“ Schroffe Berge, bis 2000 Meter hoch, sanfte Hügel, uralte Olivenbäume, weitläufigen Mandelplantagen, wilde Bäche, ein schöner See und natürlich die allgegenwärtigen weißen Dörfer. Und das alles auf einer relativ kleinen Fläche von etwas mehr als 1000 Quadratkilometern.

Informatives

Die Axarquía ist ein eigenständiger Bezirk der Provinz Málaga. Die Hauptstadt Vélez-Málaga liegt im Zentrum der Region. Der Landstrich erstreckt sich im Westen von den Montes de Málaga über die Gebirgsketten der Sierra Tejeda und der Sierra Almijara bis zum Cerro de Caleta im Westen, kurz hinter Nerja. Die südliche Grenze ist schließlich die Costa del Sol Oriental. Geschichtlich ist hier alles zu finden, von steinzeitlichen Spuren bis zu phönizischen und römischen Resten und natürlich die eindeutigen Hinterlassenschaften aus der maurischen Zeit. Eigentlich alle Orte der Axarquía zeigen dies durch ihr Erscheinungsbild: Wild verschachtelt schmiegen sich die kleinen weißen Häuser mit den verwinkelten Gassen in die Hügel. Selbst die meisten der Kirchtürme aus der nachfolgenden christlichen Ära verweisen durch ihre Bauweise im Mudejar-Stil auf ihre Erbauer, die im Land verbliebenen Mauren.

Berg und Talfahrt

Über die Autobahn gelangte ich schnell bis zum Startpunkt dieser Tour, Frigiliana, direkt in den Bergen hinter Nerja. Natürlich hatte ich etwas Zeit eingeplant, um hier ein wenig spazieren zu gehen, denn der Ort wird zu den Hübschesten seiner Art gezählt. So schlenderte ich durch die aufgeräumten Gässchen, erfreute mich an der farbenfrohen Blütenpracht, welche vielerorts die weiß getünchten Häuser zierte. Die Gemeinde bemühte sich stets, Frigiliana für seine Besucher sauber und interessant zu gestalten, und eine der auffälligsten Ergebnisse waren eine Anzahl Bildertafeln aus Keramik, auf denen die Geschichte der Stadt in Wort und Bild präsentiert wurde. Alle habe ich zwar bei diesem Besuch nicht gesehen, aber es lohnt sich durchaus, sie zu suchen.

Nach dem kleinen Spaziergang durch den Ort fuhr ich über eine kleine Landstraße in Richtung Torrox. Diese hübsche Strecke durch eine Reihe sanfter Hügelketten ist zwar in manchen Karten nicht eingetragen, aber es war hier entlang viel schöner, als es über die Autobahn gewesen wäre. Vergnügt fuhr ich über die kurvige und teilweise nicht besonders gut erhaltene Straße bis Torrox, das gemütlich auf einem Hügel lag. Diesen Ort passierte ich allerdings nur auf der oberen Seite und gelangte so zur Landstraße nach Cómpeta. Diese inzwischen gut geteerte Route habe ich schon öfters genommen, denn ich fand sie noch schöner, als die über Algarrobo. Wieder säumten idyllische Hänge das Tal, überall gab es terrassenförmig angelegte Plantagen, die teilweise bestimmt auch schon aus maurischer Zeit stammten. Auffällig auch die unzähligen Trockenplätze, um Rosinen herzustellen. Und schließlich, nach der Durchfahrt durch ein natürliches Tor, erneut der eindrucksvolle Blick auf die entfernten Berge.

Inzwischen gelangte ich nach Cómpeta, um auch hier eine Pause für einen kleinen Spaziergang durch den Ort einzulegen. Wieder die kleinen verwinkelten Gassen und die vielen bunten Blumen rund um die kleinen und größeren Häuser. Besonders einladend war hier der große Platz vor der Kirche und der Markthalle. Viele Cafés und Restaurants direkt dort oder in einer der anliegenden Gassen luden zum Verweilen ein. Doch mir war es noch zu früh für eine Pause, also schlenderte ich langsam wieder zurück zum Auto.

Erneut wählte ich nicht den Weg zur Autobahn, sondern eine kleine Straße nach Canillas de Albaida. Unterhalb dieses Örtchens hatte ich die Wahl, nach Links über Árchez, oder nach Rechts über eine kleine Gasse direkt zum Puerto de los Carboneros zu fahren. Ich wählte den rechten Weg und entdeckte auf diese Weise noch eine alte römische Brücke in einem idyllischen Tal. Anschließend gelangte ich am Puerto de los Carboneros wieder auf die Straße von Árchez nach Salares, der ich dann weiter folgte.

Kurz vor Salares öffnete sich der Blick auf den Maroma, der mit seinen 2.066 Metern Höhe nun für eine lange Wegstrecke blickbeherrschend sein würde. Gewaltig erhob sich der breite Bergrücken über die Landschaft, grau und karg im Vergleich zu den winterlich grünen Hügeln. Dazwischen jetzt nur noch vereinzelte Bauernhöfe und die pittoresken Dörfer Salares und Sedella. Nach einigen Serpentinen war schließlich das eindrucksvolle Tal des Río Almanchares zu sehen. In einer Straßenbiegung der ideal gelegene Grillplatz La Rahige, perfekt für eine wohltuende Rast oder einen kleinen Gang in die Berge.

Weiter ging es über Canillas de Aceituno wieder hinab ins Tal, danach über die idyllische alte Straße durch den Ort Viñuela und am Stausee entlang nach Periana. In diesem Bereich um den Stausee herum wurde in den letzten zehn Jahren leider viel zuviel gebaut. Ein großer Teil der wunderschönen Olivenheine, die sich in dem weiten Tal bei Alcaucín befunden hatten, sind monotonen Neubausiedlungen immer gleicher Reihenhäuser gewichen. Schade um das schöne Stück Natur. Doch die Entschädigung sollte nicht lange auf sich warten lassen. Kurz nach Periana folgten noch einige dieser prachtvollen Olivengärten, die teilweise japanisch anmuteten, beinahe wie Bonsais im Kiesbett.

Jetzt folgte der unglaubliche Anstieg in die Berge, der mich auch diesmal wieder begeisterte. Vor mir erhob sich eine wuchtige Bergkette, hinter mir weitete sich der Blick auf die ganz Axarquía bis zum Meer. Dazu der Kontrast der verschiedenen mehr oder weniger bewachsenen und kultivierten Bodenarten mit den unterschiedlichsten Farben. Einfach Atemberaubend. Immer weiter schraubte sich die Straße in engen Serpentinen nach oben, um schließlich in 1.086 Metern Höhe durch den Puerto del Sol in die Ebene von Alfarnate zu münden. Diese Ebene war mit ihren saftigen Feldern, die sich rechts und links von der Straße bis in die Berghänge verteilten, ein völliger Kontrast zu den steinigen Bergen vorher.

Nach Alfarnate fuhr ich durch Alfarnatejo und die Sierra de Enmedio, vielleicht dem Höhepunkt der Route. Die Straße führte zwischen hohen Bergen hindurch, die sich über zweihundert Meter steil in den Himmel recken. Am Ende der Tajo de Doña Ana, mit bizarr geformten Kanten und steilen Abhängen – unbeschreiblich.

Zum Ausklang noch einmal eine wunderschöne Andalusienlandschaft, mit wundervollen Bächen, uralten Olivenbäumen und den obligaten Schafherden. Da die Zeit schon zu weit fortgeschritten war und sich die Sonne zum Horizont neigte, beendete ich die Tour kurz vor Riogordo und fuhr über die gut ausgebaute Landstraße zurück nach Vélez-Málaga.

Begeisternd

Für alle, die sich an der östlichen Costa del Sol aufhalten, stellt sich tatsächlich die Frage: Warum in die Ferne schweifen, liegt das Schöne doch so nah. Man könnte die Axarquía als Andalusien in seiner puren Form bezeichnen. In jedem Fall ist es ein begeisterndes Erlebnis, diese Region zu erkunden, und das nicht nur für Anwohner. Die beschriebene Route kann noch problemlos verlängert werden, indem man über Riogordo, Cútar und Moclinejo bis nach Rincón de la Victoria fährt, zusammen mit einem Abstecher in das 700 Meter hoch gelegene Comares. Pausen können jederzeit in einem der vielen Cafés und Restaurants in den Orten auf der Strecke gemacht werden. Wer mehr Zeit hat, kann auch die fünf Routen abfahren, die von der Mancomunidad de Municipios de La Costa del Sol – Axarquía empfohlen werden.

Informationen

Mancomunidad de Municipios de La Costa del Sol – Axarquía
Avda. de Andalucía, 110 – 29740 Torre del Mar (Málaga)
Tel.: 952 542 808
E-Mail: info@axarquia.es

Einige Tourismus-Informationsbüros

Oficina de Turismo de Cómpeta
Rampa, 3 – 29754 Cómpeta
Tel.: 952 553 301

Oficina de Turismo de Frigiliana
Plaza del Ingenio, s/n – 29788 Frigiliana
Tel.: 952 533 126

Oficina de Turismo de Nerja
C/ Puerta del Mar, 2 – 29780 Nerja
Email: turismonerja@bd-andalucia.es
Tel.: 952 521 531

Oficina de Turismo de Torrox
Centro Internacional, Bl. 79 Bajo – 29770 Torrox Costa
Tel.: 952 532 155

Oficina de Turismo de Torre del Mar
Avda. de Andalucía, 119 – 29740 Torre del Mar
Tel.: 952 541 104

Im Internet

http://www.axarquia.es
Mancomunidad de Municipios de La Costa del Sol – Axarquía

http://www.axarquiacostadelsol.es
Asociación para la promoción turística de la Axarquía

Sierra de Enmedio – Zu Fuß von Frigiliana zum Río Chillar

Wandern in Andalusien ist mit eine der faszinierendsten Arten, dieses Land hautnah zu erleben. Es gibt eine Unmenge Wanderwege, kurze und lange, schwere und leichte. In jedem Fall ist die Natur, die dabei erlebt wird, jede Anstrengung wert. So auch im Hinterland von Frigiliana in der Axarquía. Schier endlose Hügelketten erstrecken sich zur Küste, mal öde und karg, vor vielen Jahren einem Brand zum Opfer gefallen, dann wieder wild und bizarr, voller kleiner knorriger Kiefern und wilden Bächen im Tal. Die Hänge sind teils sanft und leicht zu begehen, teilweise aber auch schroff und steil, ein Verlassen der schmalen Wanderwege wäre hier fatal.

Im Naturpark Sierra Tejeda

Die Sierra de Enmedia erstreckt sich hinter Frigiliana in die Berge und bildet einen Teil des Parque Natural de Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama. Sie wird eingerahmt von den Flüssen Higuerón und Chillar, die normalerweise ganzjährig Wasser führen. Die Landschaft ist geprägt von lockeren Wäldern mit kleinen Kiefern, die Wind und Wetter trotzen und Unterschlupf für viele Tiere bieten. Unterbrochen wird dieser Wald von kargem Buschland, überall dort, wo Feuer den Wald vernichtet hat und dieser sich in der felsigen Umgebung nur sehr langsam wieder erholen kann. Die Landschaftsformation ist ebenso abwechslungsreich und beeindruckend. Sie reicht von sanften Hügeln bis zu steilen Schluchten. Häufig eröffnet sich ein atemberaubender Blick bis zur Küste. Doch nicht nur die Augen bekommen etwas geboten, auch Nase und Ohren werden mit in den Bann gezogen. Ein leises Summen emsiger Insekten bildet einen ständigen Hintergrund, der nur selten von anderen Geräuschen gestört wird. Dazu verströmen entweder die Kiefern des Waldes oder die unzähligen Rosmarinbüsche ihren angenehmen Duft. In Flussnähe wird das Summen von erfrischendem Rauschen abgelöst, wenn sich die Wasser ihren Weg durch die Felsen bahnen. Auch der Duft ändert sich und wird frisch und kühl, eine Wohltat selbst in der herbstlicheren Sonne.

Auf in die Berge

Ich begann meine Tour in Frigiliana, direkt von der großen Plaza del Ingenio am Ortseingang. Von dort ging es rechts an der Unicaja vorbei und dann nach links die Straße ins Tal hinab. Gleich an der nächsten Rechtskurve fand ich tatsächlich den Weg, der mir von einem Wanderführer aus dem Internet angeraten worden war. Kaum sichtbar führte mich der schmale Betonweg an einem Haus vorbei und durch ein Gestrüpp hindurch. Erst war ich mir nicht sicher, ob dies der richtige Abzweig gewesen war, denn unversehens befand ich mich mitten auf dem Hang, der rechter Hand tief bis zum Flussbett hinab fiel. Doch dann sah ich den schmalen, kaum sichtbaren Trampelpfad, der diesen Hang längs führte. Also auf, dachte ich mir, wenn es verkehrt ist, gehe ich eben wieder zurück. Überhaupt hatte ich mir vorgenommen, dem Wanderweg einfach solange zu folgen, bis die Uhrzeit mir sagte, dass ich umkehren müsste, um noch im Hellen wieder in Frigiliana zu sein.

Der Pfad war der richtige, entsprach doch alles der Beschreibung aus dem Internet. Zunächst mehr oder weniger eben, dann einmal steil den Hang hinab, an einer Höhle vorbei und schließlich bis zu einer gemauerten Wasserleitung, auf der ich bis zum angekündigten Wasserspeicher einer alten Papierfabrik weiter wanderte. Dort führte ein breiter Weg vorbei, den ich schon die ganze Zeit unten im Flussbett gesehen hatte. Vielleicht einhundert Meter hinter der Ruine begann der erwartete Wanderweg zum Fuente del Esparto. Eine große Tafel der Junta de Andalucía zeigte eine Karte der Region mit dem eingezeichneten Wanderweg. Diesem wollte ich nun bis auf weiteres folgen.

Es begann mit einem kräftigen Anstieg, der mir einen immer schöneren Blick in das Tal des Río Higuerón gewährte. Es war noch angenehm kühl, denn der Pfad befand sich um diese Uhrzeit noch auf der Schattenseite. Allerdings zog sich der schlängelnde Weg doch mehr in die Länge, als ich nach der Beschreibung erwartet hatte. Vermutlich lag das an meiner ungeübten Kondition, die mich auf ebener Strecke und kleineren Anstiegen bisher zwar nicht im Stich gelassen hatte, aber für solche Steigungen doch nicht ausreichend war. Dies nur als kleine Warnung an alle, die sich auch selten zu Fuß in die bergigeren Regionen wagen. Doch die Anstrengung wurde belohnt, auf dem Kamm eröffnete sich ein wundervoller Blick auf die ganze Region dahinter. Natur pur, keine Häuser, keine Straßen, einfach nur wundervoll, und ich freute mich auf den vor mir liegenden Weg.

Gleich hinter dem Kamm folgte der erste Abzweig und ich folgte dem Pfeil nach links. Er führte mich zu dem Pfad, der den Kamm entlang führte und mir schließlich auf der einen Seite einen weiten Blick zurück in das Tal gewährte, aus dem ich gerade heraufgestiegen war, und auf der anderen Seite die Sicht bis nach Nerja freigab, bevor ein weiterer Pfeil diesmal auf den rechten Pfad wies. Von nun an ging es über einen recht kargen Hügel mit niedrigem, aber wunderbar duftenden Buschwerk. Besonders der Rosmarin blühte und unzählige Bienen sammelten summend den süßen Saft. Beschwingt schritt ich einher und genoss die weite Sicht, die frische Luft und das beständige Säuseln und Rascheln. Der Weg war gut hergerichtet und deutlich zu sehen, was sich auf der ganzen Wanderung so fortsetzen sollte. Auf diesem Teilstück gab es auch keine beschwerliche Steigung und ich kam gut voran.

So ging es über ein paar Rücken und Täler bis zum nächsten Kamm. Diese waren immer ein besonderer Moment, denn dort eröffnete sich plötzlich der Blick in die nächste Landschaft. Diesmal wurde das karge Buschland durch einen luftig lockeren Kiefernwald abgelöst, der sich weit sichtbar über die Hügel legte. Mit dem Bewuchs änderte sich auch der Duft, den ich tief durch die Nase zog. Jetzt wurde der Weg kurviger und steiniger. Schließlich erfolgte der letzte große Anstieg, der zunächst über ein felsig gepflastertes Stück führte, um danach mehr oder minder steil bis zum letzten Kamm meiner Tour zu steigen. Und wieder eröffnete sich ein atemberaubender Blick, diesmal in das tiefe Tal des Río Chillar.

Jetzt ging es nur noch bergab, vorbei an steilen Felsformationen, unterbrochen von bunten Schmetterlingen, welche die verstreuten Blüten in der jetzt wieder buschigeren Flora suchten. Ein Rauschen begann die Szenerie zu umhüllen. Zunächst klang es noch wie Wind, der in Wäldern weht, doch je näher das Tal rückte, desto deutlicher war das wilde Wasser des Río Chillar zu hören. Schließlich war ich unten angelangt, und die erfrischende Kühle dort lud mich zu einer ausgiebigen Pause ein.

Inzwischen war der Mittag fortgeschritten, es hatte länger gedauert, als ich geplant hatte, zu oft hatte ich meine Wanderung unterbrochen, um die Landschaft zu genießen, kleine Eidechsen zu beobachten oder einfach das ganze Erlebnis fotografisch festzuhalten. So entschied ich, hier wieder kehrt zu machen, um in Ruhe nach Frigiliana zurückzukehren, obwohl es durchaus mehrere Möglichkeiten gab, die Tour noch fortzusetzen. Doch bevor ich zurück ging, bewunderte ich noch einmal in Ruhe die Wasserspiele des Río Chillar zwischen den blank gespülten Felsen. Die ausgetrockneten Flächen am Rand und die angespülten Zweige und Äste zwischen den Felsen verrieten mir, dass hier bei dem Unwetter vor einigen Wochen mehr als dieser erfrischende Wildbach geflossen sein muss. Ein Grund mehr, vor einer Wanderung gut die Wetterkarte zu studieren, um vor unangenehmen Überraschungen bewahrt zu bleiben. Ich hatte Glück mit dem Wetter, es war den ganzen Tag herrlich warm und klar, nur ein paar Schleierwolken zogen über den Himmel.

Der Rückweg führte über dieselbe Route, zunächst wieder hinauf auf den letzten Kamm, dann wieder hinab ins nächste Tal, mitten durch die wilde Landschaft der Sierra de Enmedio. Wieder begeisterte mich die üppige Flora in dieser trockenen Felslandschaft. Es war erstaunlich, wie dort ganze Wälder gedeihen konnten, obwohl ich zwischen den Felsen und Steinen kaum Erdboden sah. Aber es bestätigte mir erneut die Behauptung, dass Andalusien früher einmal voller Wald gewesen sein muss. Auf der anderen Seite zeigte das karge Buschland im Anschluss auch, wie lange es dauert, bis sich der Wald hier in den Felsen eine Region wieder zurück erobert hat, manchmal schien es tatsächlich unmöglich zu sein.

Schließlich gelangte ich wieder an den allerersten Bergkamm und machte mich an den letzten Abstieg hinab in das Tal des Río Higuerón. Diesmal wanderte ich von dort aber nicht über die Hügel zurück nach Frigiliana, sondern erst das Flussbett entlang und dann über eine steile Serpentinenstraße hinauf zum Ort. Wer zu Beginn seiner Wanderung den Abzweig von der Straße nicht findet, könnte also auch bequem über Straße und Flussbett starten.

Pures Wandern

Die Route von Frigiliana in die Sierra de Enmedio bietet viele Möglichkeiten für mehr oder weniger erfahrene Wanderer. Zunächst geht die Strecke wie beschrieben bis zum Río Chillar und ist für ungeübte Wanderer schon durchaus anspruchsvoll. Festes Schuhwerk ist erforderlich und ein stabiler Wanderstab kann nützlich sein. Auch sollte genügen Wasser und Verpflegung mitgenommen werden, da die Temperaturen doch auch in der kühleren Jahreshälfte noch recht warm werden können. Vom Fluss aus gibt es mehrere Möglichkeiten, die Wanderung fortzusetzen. Zum einen, wie es der offizielle Wanderweg beschrieb, zum Fuente del Esparto, von dort nach Nerja und mit dem Bus zurück nach Frigiliana. Zum anderen, wie es in einer Wegbeschreibung aus dem Internet empfohlen wurde, den Fluss weiter hinauf bis zum Cortijo del Imán, einem alten verlassenen Gehöft mitten in den Bergen und wieder zurück. Das ist aber dann doch mehr etwas für geübte Wandersleute, damit die Zeit nicht zu knapp wird. In dieser Beschreibung wurde auch noch die Möglichkeit angesprochen, durch das Flussbett des Río Chillar hinab nach Nerja zu wandern, was ebenfalls sehr reizvoll ist. Dieser ganze Fluss ist ja für sich schon eine eigene Wanderung wert.

Informationen

Oficina de Turismo in Frigiliana (Casa de la cultura)
Palacio del Apero
Tel.: 95 253 42 61

Oficina Municipal de Turismo in Nerja
C/ Puerta del Mar, 2
Tel.: 952521531
Fax: 952526287
Email: turismo@nerja.org
WWW: http://www.nerja.org

Im Internet:

Wandern in Andalusien
Internetseite des Bochumers Jürgen Paeger mit Wandertouren in Andalusien
http://www.wandern-in-andalusien.de,
insbesondere die Seite mit dem Titel Durchs wilde Hinterland von Nerja:
http://www.wandern-in-andalusien.de/html/iman.html,
mit der Wanderung von Frigiliana zum Cortijo del Imán.

Durch den Río Chillar – Ein pures Naturvergnügen

Eine Wanderung durch einen Fluss ist an der sonst doch recht trockenen Costa del Sol schon etwas Besonderes. Aber in den Bergen von Nerja kann man es erleben. Hier gibt es zwei der wenigen Flüsse, die das ganze Jahr Wasser führen, der Río Chillar ist einer davon. Er ermöglicht ein ganz besonderes Wandervergnügen, denn man kann fast die ganze Strecke in dem herrlich sauberen und kühlen Wasser zurücklegen, entsprechendes Schuhwerk vorausgesetzt.

Etwas Naturkunde

Der Río Chillar fließt durch die Sierra Almijara, das Gebirge an der östlichen Grenze der Axarquía. Er hat sich seinen Weg durch charakteristischen Kalkstein und Schiefer gebahnt, welche die hauptsächlichen Gesteinsformen dieser Berge sind. Gerade diese Kombination hat bewirkt, dass sich in der Region besonders viele Höhlen gebildet haben, die bekannteste davon die Cueva de Nerja, eine beeindruckende Sehenswürdigkeit. Entlang der ganzen Strecke des Río Chillar finden sich unzählige größere und kleinere Höhlen und auch der Fluss selber hat teilweise faszinierende Formen in den Felsen gewaschen. Dadurch, dass hier ständig Wasser fließt, hat sich eine reichhaltige Flora und Fauna angesiedelt. Entlang des Flusslaufes gedeihen, je nach Bodenart, allerlei Sträucher und Gräser, aber auch große Bäume wie Eukalyptus und Pinien. In diesem satten Grün finden viele Tiere Unterschlupf. Reptilien und Amphibien, die sich gut im Unterholz verstecken; zwitschernde Vögel, die des Wanderers Anwesenheit lautstark verkünden, aber auch kleinere Säugetiere, die sich vor den kreisenden Greifvögeln verstecken. Wer etwas Geduld mitbringt kann hier jedenfalls vielseitig belohnt werden.

Die Wanderung

Als Startpunkt der Wanderung eignet sich der alte Steinbruch kurz nach dem Zufluss des Río Higuerón, denn dort kann das Auto bequem abgestellt werden. Theoretisch ist der Weg mit einem geländegängigen Fahrzeug noch weiter befahrbar, aber es wäre schade, sich dieses schöne Stück entgehen zu lassen oder andere Wanderer zu stören. Der Kiesweg führt entlang des hier in der Regel trockenen Flussbetts, sodass ich mich zunächst über den Hinweis gewundert hatte, der Río Chillar solle ganzjährig Wasser führen. Aber dadurch ließ ich mich nicht von der Schönheit ringsherum ablenken. Es begann mit dem gewaltigen Steinbruch, in dem deutlich der helle Kalkstein gesehen werden kann. Doch schon bald verändert sich der Weg eindeutig in ein trockenes Flussbett, dass sich durch die Berge schlängelt, die zu beiden Seiten steil aufragen. Alles ist mit Sträuchern und Bäumen bewachsen. Besonders auffallend sind die Pinien, die sich mit ihren Wurzeln selbst an schroffe Felsen klammern. Dazwischen klafften gespenstische Höhlen, die mir wie klagend aufgerissene Münder erschienen. Dabei gab es keinerlei Grund zum Klagen. Aufgeregt zwitscherten die Vögel, der Wind rauschte zwischen den Bergen und angenehme Düfte von Pinien und Kräutern verwöhnten meine Nase.

Langsam erschien auch das erste Wasser am Wegesrand, aber noch kaum mehr als ein Rinnsal, das ich an den zwei oder drei Stellen, an welchen es den Weg kreuzte, bequem und leicht überqueren konnte. So mischte sich zu all den duftenden Pflanzen noch die Frische des kühlen Wassers. Schließlich erreichte ich den ersten Fixpunkt der Tour, die Tercera Fábrica oder den Salto Grande, wie die kleine Station zur Stromgewinnung auch genannt wird, und die sich durch ein starkes Wasserrauschen ankündigte. Um dorthin zu gelangen, musste ich eine kleine Betonrampe hinauflaufen, um dann endlich vor dem Río Chillar zu stehen. Er kreuzte den Weg, war zwar nicht tief, aber breit genug, um nicht hinüber springen zu können. Aber dafür hatte ich ja meine Badelatschen eingepackt, die sich jetzt als nützlich herausstellten. So durchwatete ich das angenehm kühle Wasser, um dann im gegenüberliegenden kleinen Eukalyptushain eine kurze Pause einzulegen. Dort trocknete ich meine Füße, zog meine festen Schuhe wieder an um mich anschließend wieder auf den Weg zu machen.

Dieser Weg änderte nun schlagartig seine Beschaffenheit, vom breiten und geräumigen Kiesweg zum schmalen und unebenen Pfad, der sich durch teils dorniges Unterholz schlängelte. Einmal versuchte ich noch, den kreuzenden Bach trockenen Fußes zu überqueren, um dann aber die Schuhe wieder gegen die Gummischlappen einzutauschen. Erst war ich mir nicht sicher, ob dieses Schuhwerk den Anforderungen genügen würde, doch ich stellte bald fest, dass es sich im erfrischend kühlen Wasser ausgesprochen bequem laufen lies. Trotzdem empfehle ich jedem, sich zumindest mit festeren Badesandalen auszurüsten, die vor allem festgeschnallt sind, um ein Verlieren derselben sicher zu verhindern.

Also ging ich weiter, fröhlich platschend durch das Wasser, das absolut sauber und klar war. An manchen Stellen konnte ich auch wieder den trockenen Trampelpfad neben dem Bach benutzen, muss aber im nachhinein sagen, dass es eigentlich nicht nötig war, im weiteren Verlauf aber auch nicht mehr möglich. Dafür wurde der Bach immer märchenhafter. Es rauschte und gurgelte, die Ufer waren gesäumt von Gräsern und Farnen, Schmetterlinge und Libellen flatterten durch die Luft und überall zwitscherten irgendwelche Vögel. Es war unglaublich, ich fühlte mich wie in einer Sage, wie in eine andere Welt versetzt. Keine Autos, keine Häuser, einfach nur Natur pur. Im Nachhinein kommt mir manches Schubertlied in den Sinn, aber auch die Sorge um die vielen Ecken hier an der Küste, die bisher auch so ein kleines Paradies waren, aber Stück für Stück der Großbaustelle Costa del Sol weichen müssen. Zwischendurch gab es auch noch einen Wasserfall, der bei meinem Besuch allerdings leider kein Wasser führte. Es muss sehr schön aussehen, wenn das Wasser aus der Höhe hinab plätschert und sich in den kleinen ausgewaschenen Becken sammelt. Aber auch so war der geschliffene und moosbewachsene Felsen sehr malerisch.

Inzwischen wurde der Bachlauf immer schmaler, ich näherte mich Los Cahorros. Hier wird die Schlucht so schmal, dass man beide Seiten gleichzeitig berühren kann. Zunächst war die Schlucht noch wie ein normales, nur eben sehr schmales und steiles Tal, doch bald wurde es zu einer echten Felsspalte, vom Wasser in den Felsen geschnitten und ausgewaschen. Es haben sich Formationen gebildet, wie sie sonst in Höhlen zu finden sind, die Ursache ist ja auch die gleiche. Überhaupt kam ich mir an dieser Stelle mehr wie in einer Höhle vor, das Rauschen und Gluckern reflektierte von den Wänden und der Spalt über mit war teilweise kaum mehr einen Meter breit. Spätestens hier war mir klar, dass diese Wanderroute wirklich etwas Besonderes ist. Teilweise blieb ich einfach nur stehen, bewunderte die faszinierenden Felsformen und ließ mich vom Wasser umrauschen.

Doch schon öffnete sich der Felsen wieder, es folgte eine Stück Wildbach, und plötzlich tat sich ein kleines Tal auf, das Wasser wurde gestaut und mitten in diesem Tal befand sich eine wunderschöne kleine Lagune, vermutlich das Vado de los Patos. Leider war es noch etwas zu kalt und ich hatte auch keine Badesachen dabei, aber spätestens im Sommer kommt man wohl kaum umhin, in dieser Idylle ein erholsames Bad zu nehmen. Ich gönnte mir eine Pause am Ufer, genoss den unbeschreiblichen Eindruck, um dann meine Wanderung fortzusetzen.

Es folgte ein Stück wunderschöner Gebirgsbach, der sich immer wieder über kleine felsige Stufen ergießt und je nach Untergrund laut rauschte oder manchmal auch ganz leise plätscherte. Das Laufen in diesem Gewässer war eigentlich recht problemlos, trotz der vielen kleineren und größeren Felsen. Trotzdem besorgte ich mir einen stabilen Wanderstab, um die kleinen Stromschnellen sicherer zu durchwaten. Ich hätte noch Stunden so weiterlaufen können, so schön war dieser Bach, doch ein paar quer liegende Bäume und die davon laufende Zeit bewogen mich dann doch, kehrt zu machen und meinen Weg nicht bis zum Ziel der Route fortzusetzen. Dort wäre ich wohl auf La Presa, ein kleines Staubecken, gestoßen, von dem das Wasser für die Tercera Fabrica über eine künstliche Rinne abgeleitet wird.

So ging es für mich eben wieder zurück. Mit Stab und Tasche wanderte ich den Bach wieder hinunter – abwärts ging es unerwartet leichter – wieder vorbei an all den schönen Fleckchen, die ich auf dem Hinweg bewundert hatte. Diesmal benutzte ich überhaupt nicht mehr die Wege am Uferrand, sondern ging die ganze Strecke bis zum Salto Grande durch das Wasser. Meine Badeschlappen haben zwar etwas Schaden genommen, aber im großen und ganzen durchgehalten. Jetzt wieder auf dem Trockenen wechselte ich erneut das Schuhwerk, um mich dann zurück zum Auto zu begeben. Noch einmal bewunderte ich die Felsen entlang des Weges, jetzt von der anderen Seite beleuchtet, da es inzwischen Nachmittag war.

Begeisterung

Inzwischen habe ich ja einige Ecken Andalusiens besucht, meist mit dem Auto manchmal auch zu Fuß, aber es muss tatsächlich nicht immer das Spektakuläre sein. Diese kleine Wanderstrecke bei Nerja ist ein echtes Kleinod der Costa del Sol. Sie stellt keine allzu hohen Anforderungen an den Wanderer. Man braucht keine sonderlich starke Kondition, nur passendes Schuhwerk, einen Wanderstab, etwas Proviant und ein wenig Sicherheit auf den Füßen. Und wer mag sollte unbedingt Badesachen dabei haben. Dann wird dieser Ausflug zu einem wunderbaren Erlebnis, einem Genuss für jeden, der die Natur liebt, und ein kleines Abenteuer für den, der im Urlaub mal was anderes als nur Strand sehen möchte.

1er Festival de Arte, Nerja

Vom 16. bis 19. März fand in Nerja das erste Festival de Arte statt. Fast 40 Künstler und Künstlerinnen stellten ihre Werke oder auch ihr Können vor, denn dieses Festival war nicht auf eine bestimmte Kunstrichtung festgelegt. So fand der Besucher im Sala Mercado Gemälde, Fotografien, Skulpturen und Objekte. Es gab aber auch literarisches und zudem jeden Abend Aufführungen verschiedener Akteure. Ein Gemisch, das mir persönlich zugesagt hat, bekommt man doch einen Eindruck, welche Art Künstler in Nerja und Umgebung arbeiten. Bei meinem Besuch der Vernissage, bei der neben Getränken auch eine feine Paella gereicht wurde, begegneten mir so einige der Maler, die ich in vergangenen Artikeln schon „porträtiert“ habe. Auch so manches Werk fand ich wieder, aber auch eine Menge mir neuer Ausstellungsstücke in verschiedensten Techniken und mit völlig unterschiedlichen Themen. Schön auch die Idee, literarische Kunst zu integrieren. Dort hat sich la casa de las palabras vorgestellt, eine Werkstatt für kreatives Schreiben. Sie hatten einen Stand aufgebaut, auf dem sich Poesie, literarische Zeitschriften und ganze Bücher zum Mitnehmen befanden. Auch gab es für jeden Besucher die Möglichkeit, einen Kommentar zu der Veranstaltung auf ein loses Blatt zu schreiben. Die einzelnen Seiten werden anschließend zu einer Art Gästebuch zusammengefügt. Statt etwas Geschriebenem konnte aber auch eine Zeichnung abgegeben werden. Ich bin auf das Ergebnis gespannt. Gleichzeitig wurden auf einer Bühne im hinteren Teil des Saals Darbietungen verschiedenster Artisten gezeigt, von Musik bis Tanz war vieles vertreten. Alles in allem war dieses Festival wohl ein großer Erfolg, ich kann dies zumindest für die Vernissage bestätigen.

Dieses Festival de Arte war eine relativ spontane Idee einiger Künstler aus Nerja. Ich erfuhr davon durch Christine Rödel, die ebenfalls auf der Ausstellung vertreten war. Sie teilte mir mit, dass die eigentliche Idee wohl von Luz Sacksioni stammt. Organisiert haben das Festival dann Stephan Stölben, Juan Prez de Siles und Nils. Mir gefiel die Idee, da sie eine geeignete Plattform ist, die verschiedenen Künstler den Bewohnern und Besuchern von Nerja vorzustellen. In Málaga wird ja seit geraumer Zeit die Ruta del Arte duchgeführt, auf welcher der Betrachter die Künstler in ihren Ateliers besuchen kann. Ebenfalls eine hervorragende Idee, aber eigentlich nur innerhalb einer einzigen Stadt sinnvoll, und damit für die weiträumige und teilweise schwer zugängliche Umgebung von Nerja nicht geeignet. Hier finde ich die Lösung eines Festivals passender. Da sich diese Idee nun so spontan und kurzfristig entwickelt hatte, ist der weitere Werdegang des Festivals noch nicht genau festgelegt. Es ist geplant, das Festival an sich halbjährig zu organisieren, im Herbst kann also mit dem nächsten gerechnet werden. Außerdem sollen zwischendurch Themenveranstaltungen stattfinden, je nach Möglichkeiten und Interesse. Wer sich näher informieren möchte, oder selber vielleicht teilnehmen will, kann sich unter 628 908 738 an Stephan Stölben wenden.

Ruta de la Axarquía

Nach all den interessanten Routen der Junta de Andalucía, kam mir die Überlegung, eine komplette Rundfahrt zusammenzustellen, die einen möglichst umfassenden Überblick über die landschaftliche Vielfalt der Axarquía gibt. Wo und wann eine Pause eingelegt werden soll, hängt davon ab, wie flott beziehungsweise gemütlich die Tour gefahren wird. Aber das ist kein Problem, denn in jedem Ort gibt es Möglichkeiten zur Genüge, einen kleinen oder größeren Imbiss zu sich zu nehmen.

Gestartet wird wieder in Vélez-Málaga, aber diesmal auf der Autobahn in Richtung Frigiliana. Dies ist der erste Ort der Tour und eignet sich, um mit einem kleinen Frühstück zu starten. Nach einem möglichen Spaziergang durch die Altstadt geht es nun in Richtung Torrox. Dazu folgt man der Straße, die zum historischen Kern geführt hat, nach links, fährt quasi unter Frigiliana entlang, bis die Straße eine Haarnadelkukrve zurück in die Stadt macht. Doch statt der Kurve, folgt die Route nun der Abzweigung nach links, der in die Berge führt. Dieser Straße folgend geht es, leider nicht ausgeschildert, bis nach Torrox. Von dort aus dann wieder in die Berge nach Cómpeta. Danach über Canillas de Albaída nach Árchez. Rechts ab geht es nun weiter die Bergkette der Sierra Tejeda entlang durch die Ortschaften Salares, Sedella und Canillas de Aceituno.

Der zweite Teil der Rundfahrt führt zunächst zum Viñuela-Stausee, allerdings über die idyllischere alte Landstraße durch die gleichnamige Ortschaft. Nun wird der Stausee auf der östlichen Seite umfahren, um nach Periana zu gelangen. Von dort geht es ab in die Berge in Richtung Alfarnate. Der Puerto del Sol ist mit 1086 Metern der höchste Punkt der Route, hinter dem sich eine wunderschöne Hochebene öffnet. Nach Alfarnate aufpassen, die Straße links nach zu erwischen, die danach durch ein beeindruckendes Tal zwischen schroffen Bergen hindurch führt. An der nächsten Möglichkeit nach rechts in Richtung Riogordo fahren.

Dies ist nun die Möglichkeit, die Route abzukürzen oder auf zwei Tage zu verteilen, denn die kleine Straße kreuzt die gut ausgebaute Hauptstraße, die nach Vélez-Málaga führt. So kann die Rundreise abgebrochen werden und man ist in ca. 30 – 40 Minuten in Vélez. Am anderen Tag dann wieder dieselbe Straße zurück bis zum Abzweig nach Riogordo und weiter auf der Route.

Auf der dritten Etappe geht es kurz vor Riogordo links ab Richtung Benamargosa durch viele kleinere Ansiedlungen, die auf den meisten Karten nicht aufgeführt sind. Noch vor Benamargosa führt eine Straße nach Comares, der einzige Abstecher dieser Rundfahrt, der aber, soweit es die Zeit erlaubt, sehr empfehlenswert ist. Besonders, wenn es ein klarer Tag ist, hat man von dem Ort, der auf einem 720 Meter hohen Berg liegt, einen atemberaubenden Blick über die ganze Axarquía. Zurück nach Benamargosa biegt man in diesem Ort über den gleichnamigen Fluss nach Cútar ab. Hinter dem nächsten Ort, El Borge, geht ein Abzweig nach rechts vorbei an Almáchar nach Moclinejo. Vorher sollten Sie jedoch unbedingt in El Borge eine Pause einlegen, nicht nur, weil man dort besonders gut essen kann, sondern auch, weil dieser Ort für den Besucher eine Überraschung bereit hält: Unterhalb des Dorfes liegt nämlich ein kleiner, sehr hübscher Vogelpark, besonders interessant, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Nachdem man später Almachar passiert hat, führt die Straße nun nach Moclinejo und von dort bis hinab bis zur Küste nach Rincón de la Victoria.

Die vierte Etappe bietet auch wieder die Möglichkeit, die Fahrt bequem zu beenden, indem man einfach auf die Autobahn fährt. Soll die Rundfahrt aber konsequent zu Ende geführt werden, geht es nun weiter die Küstenstraße entlang durch Torre del Mar und Torrox Costa nach Nerja und Maro. Da es die letzte Etappe ist, befindet sich die Sonne im Rücken und lässt die gesamte Küste in einem warmen, goldenen Licht erstrahlen. Zum Abschluss gibt es an der Küste natürlich reichlich Gelegenheiten, in irgendeinem der zahlreichen nationalen und internationalen Restaurants einzukehren.

La Axarquía – Ein wunderschönes Reiseziel

Die Axarquía ist mittlerweile seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes Reiseziel für Europäer aus allen Regionen. Das liegt vor allem dem hervorragenden Klima und den vielen, weitläufigen Stränden. Allerdings besteht der Hauptteil der Touristen aus solchen, die in Ferienwohnungen Unterkunft suchen. Daher war diese Region schon immer relativ günstig, zumindest außerhalb der Sommermonate. Im Sommer selbst, genauer gesagt von Juli bis Mitte September, steigen die Preise für die Appartements allerdings in traumhafte Höhen, verursacht durch den unglaublichen Ansturm spanischer Sommerurlauber, die vor der unerträglichen Hitze im Landesinneren fliehen. Da sie oft die Wohnung nur zum Übernachten und für die Siesta benutzen, werden sie häufig von großen Gruppen oder ganzen Familien gemietet. So verteilt sich der hohe Preis auf viele Schultern. Allerdings wurde auch hier, wie im gesamten Immobilienbereich, mittlerweile ein Preisniveau erreicht, das an die Grenzen des Erträglichen gestoßen ist.

Appartements sind allerdings nicht die einzige Unterkunft in der Axarquía, an zweiter Stelle rangieren die Hotels, die allerdings auf dieser Seite der Costa del Sol in den seltensten Fällen solch berüchtigte Bettenburgen sind wie diejenigen westlich von Malaga. Dafür stehen hier die Wohnblocks aus den 70er und 80er Jahren. Bei den Hotels handelt es sich mehr um kleinere, die in der Ausstattung vom Gasthaus bis zum 4-Sterne-Hotel reichen. Einen richtigen großen Hotelkomplex gibt es bisher eigentlich nur in Torrox-Costa. Doch Urlaub kann hier bei weitem nicht nur am Strand gemacht werden. Sehr beliebt und empfehlenswert ist der sogenannte ‘Turismo Rural’, der Landtourismus abseits der Massen. So befinden sich im Landesinneren der Axarquía viele kleine Unterkünfte, Gasthäuser und Hotels, die zu einem erholsamen Aufenthalt in wunderschöner Natur einladen. Von dort kann man wandern gehen, mit einem kleinen Mietwagen die Region erkunden oder einfach die herrliche Ruhe und Abgeschiedenheit genießen.

Selbstverständlich gibt es in der Axarquía auch die Möglichkeit, Campingurlaub zu machen. An der gesamten Küste liegen viele Campingplätze verstreut und auch im Landesinneren sind sie zu finden. Es gibt sogar einige wenige Strände, an denen ‘wild’ gecampt werden darf, was normalerweise am Strand verboten ist. Da viele den Campingplatz auch als Winterresidenz nutzen und dort die Wintermonate bei gemäßigten Temperaturen verbringen, gibt es inzwischen viele bezahlte Abstellplätze, auf denen der Wohnwagen oder das Wohnmobil sicher und kostengünstig abgestellt werden kann, um nicht einen teuren Stellplatz für das ganze Jahr auf dem Campingplatz mieten zu müssen. So kann die zeitraubende An- und Abfahrt aus dem kalten Norden gespart werden.

Apropos Anreise, die Axarquía zu erreichen ist inzwischen überhaupt kein Problem mehr. Der Ausbau des Flughafen in Málaga ist ja nun auch schon viele Jahre her, und so ist inzwischen eine Erweiterung in Planung. Eine zweite Startbahn und neue Terminals, da die alten häufig dem Ansturm nicht mehr gewachsen sind. Vom Flughafen geht es am besten mit einem Mietwagen oder per Transferbus weiter, falls das Hotel oder Appartement über ein Reisebüro gebucht wurde. Doch ist inzwischen auch die Anreise mit dem Auto kein kleines Abenteuer mehr. Wenn die Route über Granada und Málaga führt, muss die Autobahn von Deutschland bis in die Axarquía nicht mehr verlassen werden. Bald ist auch die Verbindung nach Granada fertig, sodass nicht einmal mehr der kleine Umweg über Málaga nötig sein wird. Irgendwann soll die Autobahn komplett an der Küste entlang führen, dann fällt sogar das Nadelöhr Granada weg.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die Axarquía durch ihre zentrale Lage auch ein idealer Ausgangspunkt für Abstecher und Rundreisen durch Andalusien ist, alle Ziele sind maximal eine halbe Tagesreise entfernt. Seien es die bekannten Städte Sevilla, Cordoba oder Granada, oder Sehenswürdigkeiten wie Ronda, El Torcal oder die Alhambra. Im Winter ist sogar ein Abstecher auf die Pisten der Sierra Nevada möglich. Wie gesagt, die Axarquía ist ein wundervolles Reiseziel, sei es für ein, zwei Wochen oder für eine ganze Jahreszeit.