Die Axarquía ist mittlerweile seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes Reiseziel für Europäer aus allen Regionen. Das liegt vor allem dem hervorragenden Klima und den vielen, weitläufigen Stränden. Allerdings besteht der Hauptteil der Touristen aus solchen, die in Ferienwohnungen Unterkunft suchen. Daher war diese Region schon immer relativ günstig, zumindest außerhalb der Sommermonate. Im Sommer selbst, genauer gesagt von Juli bis Mitte September, steigen die Preise für die Appartements allerdings in traumhafte Höhen, verursacht durch den unglaublichen Ansturm spanischer Sommerurlauber, die vor der unerträglichen Hitze im Landesinneren fliehen. Da sie oft die Wohnung nur zum Übernachten und für die Siesta benutzen, werden sie häufig von großen Gruppen oder ganzen Familien gemietet. So verteilt sich der hohe Preis auf viele Schultern. Allerdings wurde auch hier, wie im gesamten Immobilienbereich, mittlerweile ein Preisniveau erreicht, das an die Grenzen des Erträglichen gestoßen ist.
Jorge Maga
Ruta de la Pasa
La Axarquía – Arbeitsplatz Axarquía
Viele Menschen, die aus dem Norden Europas in diese Region ziehen, müssen sich keine Gedanken mehr über das Geldverdienen machen, denn sie erfreuen sich ihres mehr oder minder sicheren Einkommens des Ruhestandes. Doch viele, die noch mitten im Arbeitsleben stecken, haben auch den Wunsch, der Hektik und der Kälte der nördlichen Region nicht nur im Urlaub zu entfliehen. Da eröffnet sich zwangsläufig die Frage: Gibt es Arbeit in der Axarquía bzw. an der Costa del Sol Oriental?
Ruta del Aceite y los Montes
Auch diese Route macht ihrem Namen tatsächlich Ehre, denn sie führt durch die verschiedensten Formen von Olivenplantagen und Gebirgsregionen. Es ist auffällig, wie unterschiedlich die Böden zwischen den Olivenbäumen ausfallen, teils rote, lehmige Erde, im Spätsommer für die Ernte geglättet, wie ein japanischer Garten anmutend; in den höheren Regionen dagegen schroff und felsig, hier zeigen die Olivenbäume neben den Mandeln ihre Überlebenskunst. Landschaftlich ist diese Fahrt eine der beeindruckendsten, besonders wenn sie durch die nördliche Axarquía führt, in der sich die Straße zwischen den teils schroffen Bergen hindurch schlängelt.
La Axarquía – Der zweite Wohnsitz
Die Axarquía hat sich in den letzten Jahrzehnten zum zweiten Wohnsitz für viele Ausländer entwickelt, welche durch das gute Klima, die wunderschöne Landschaft oder die sonnenverwöhnte Küste angelockt wurden. Viele verbringen hier ihren Ruhestand, und dies meist in den eigenen vier Wänden. Doch die Axarquía ist nicht nur Zweitwohnsitz für viele Ausländer, vor allem aus Großbritannien, danach aus Deutschland und aus den skandinavischen Ländern, sondern besonders die Küste ist auch Zielort der Spanier, welche hier den im Inland unerträglich heißen Sommer in ihrer Ferienwohnung an der kühleren Küste verbringen.
La Axarquía – Einfach ist oft mehr
Die Landschaft prägt gewöhnlich den Speiseplan, so auch in der Axarquía. Das Meer, die Berge, aber auch die fruchtbaren Täler sorgen für die Zutaten dieser einfachen, aber vorzüglichen Küche. Von der Küste stammen natürlich die Sardinen und Sardellen, die meist frittiert werden. Die Sardinen werden auch häufig auf Spießen direkt am Feuer gebraten. Diese Form wird besonders gerne an den Restaurants entlang der Küste zubereitet, dazu wird meist ein ausgedientes Fischerboot mit Sand gefüllt, auf dem dann das Feuer hergerichtet wird. Bei verschiedenen Anlässen wird das Feuer aber auch direkt am Strand angezündet. In Restaurants wird hingegen der frittierte Fisch bevorzugt. Zumeist wird er einfach in Mehl gewendet und frittiert. Auf diese Weise wird jedoch nicht nur Fisch, sondern auch Gemüse, wie Zwiebeln und Auberginen, zubereitet, manchmal auch alles zusammen als ‚Fritura de Pescado‘. Fischfilets werden gerne auch gebraten ‚a la plancha‘ serviert.
Ruta del Sol y del Vino
Soll die Autobahn wieder Startpunkt der Route werden, verlässt man diese in Nerja und fährt zunächst hinauf nach Frigiliana. Diesem idyllischen Ort sollte in jedem Fall ein kleiner Spaziergang gewidmet werden, allerdings ist es empfehlenswert, frühzeitig dort einzutreffen, um noch einen günstigen Parkplatz zu ergattern. Frigiliana ist wohl das gepflegteste der ‚weißen Dörfer‘ an der Costa del Sol, und hat dafür auch schon einen Preis gewonnen. Ein Abstecher in das Centro Cultural in der Casa de Aperos ist empfehlenswert. Nach diesem Spaziergang geht es zurück zur Autobahn in Richtung Málaga, doch gleich die nächste Abfahrt wieder herunter nach Torrox-Pueblo. Ein kleiner Abstecher in die Altstadt ist möglich und danach geht es in die Berge Richtung Cómpeta. Es folgt eine wunderschöne Strecke entlang einer der vielen Hügelketten mit atemberaubenden Ausblicken in die Täler rings herum. Jetzt wird klar, warum die Route nach Sonne und Wein benannt wurde, denn überall finden sich die hier üblichen Felder mit den niedrigen, dicht am Boden wachsenden Weinstöcken. Dazwischen Olivenhaine und ab und zu wildes Brombeergestrüpp, an dem im Sommer reife Früchte zum Naschen einladen.
La Axarquía – Römer, Mauren, Bauern und Touristen
Sie waren und sind alle hier und hinterlassen ihre Spuren. Angefangen von den Römern, haben viele verschiedene Kulturen ihren Einfluss geltend gemacht und aus der Axarquía eine tatsächlich multikulturelle Region geschaffen. Dies hat sich bis heute nicht geändert, denn dieser Teil Andalusiens ist eines der beliebtesten Ziele für Urlauber aus ganz Europa. Die auffälligsten Spuren haben wohl die Araber hinterlassen. Die typischen weißen Dörfer, die sich überall in der Axarquía malerisch in die Berge schmiegen, sind fast alle maurischen Ursprungs, auch wenn dies nicht immer mit geschichtlichen Dokumenten belegt werden kann. Aber eben diese typische Architektur und das eindeutige Ortsbild mit kleinen, gewundenen Gässchen und weiß getünchten Häusern legen Zeugnis dafür ab. Selbst als das Land schon von den Katholiken erobert worden war, und die meisten Mauren die Region verlassen hatten, prägten die Mudejaren, wie die übriggebliebenen Araber genannt wurden, das Bild der Region. Sie waren hervorragende Baumeister und beherrschten die Töpferkunst. Beides wurde von den Eroberern ausgenutzt und so finden sich in vielen Dörfern Bauwerke im Mudejar-Stil. Besonders fallen naturgemäß die Kirchtürme in diesem Baustil auf.
Ruta del Sol y del Aguacate
Diese Route führt durch den Teil der Axarquía, der interessanterweise tatsächlich entweder voller Avokadoplantagen ist oder durch viele karge und besonders im Sommer sonnenversengte Hügel geprägt wird. Die Fahrt beginnt wieder an der Autobahnausfahrt Vélez-Málaga, doch sollte man sich diesen Ort, der eigentlich auch zu der Route gehört, für einen eigenen Ausflug reservieren. So geht es erst einmal über die neue Umgehungsstraße in Richtung Landesinneres. Nach einigen Kilometern erreicht man die Abfahrt nach Benamargosa, gekennzeichnet durch das empfehlenswerte Restaurant ‚El Cruce‘. Diese Straße führt über eine der wenigen Brücken, die den Río Vélez überspannt, zuerst vorbei am Flugplatz der Axarquía und durch Triana, einem kleinen, verschlafenen, aber typisch andalusischen Ort, nach Benamargosa. Hier endet der kleine Abstecher entlang des Río Benamargosa, selbst nur ein trockenes Flussbett, aber umgeben von weitläufigen, immergrünen Avokadoplantagen.
Ruta Mudéjar
Diese Route ist nach den „Mudejaren“ benannt, den Hiergebliebenen, jenen Mauren, die es nach der Eroberung der Axarquía durch die Christen freiwillig oder unfreiwillig vorgezogen hatten, im Land zu bleiben und nicht nach Nordafrika auszuwandern. Die Mauren waren begabte Bauleute und Keramiker und prägten den Baustil jener gotischen Zeit, welcher deshalb auch Mudéjar-Stil genannt wird. In fast jedem Ort dieser Route ist ein Kirchturm in dieser Bauform zu finden. Generell kann gesagt werden, dass die berühmten „weißen Dörfer“ mit ihren getünchten Häusern und schmalen, gewundenen Gässchen maurischen Ursprungs sind.
